Demonstration „Brennpunkt Guxhagener Straße“
Am 09. September hatte ich die Gelegenheit, an einer Demonstration in Edermünde Grifte teilzunehmen, die sich gegen das hohe Verkehrsaufkommen in diesem Ortsteil richtete. Grifte, eine idyllisches Dorf in Hessen, ist in letzter Zeit zu einem Brennpunkt des Verkehrswahnsinns geworden. Mit täglich 18.000 Autos und über 1.000 Lastwagen, die durch den Ort fahren, ist die Situation mehr als besorgniserregend. Das größte Problem dabei ist jedoch nicht nur die Menge an Fahrzeugen, sondern auch der Zustand der Straßen und die damit einhergehende starke Vibration- und Lärmbelastung. In diesem Blogbeitrag möchte ich meine Erfahrungen und Eindrücke von dieser Demonstration teilen, bei der sich rund 200 Menschen zusammengeschlossen haben, um auf dieses drängende Problem aufmerksam zu machen.
Die Demonstration begann am Samstagvormittag auf dem Hof der Familie Pitz. Schon von weitem konnte man die gut organisierte Veranstaltung und die entschlossenen Menschenmengen sehen, die sich dort versammelten. Die Stimmung war friedlich, aber entschlossen. Menschen jeden Alters und aus verschiedenen Lebensbereichen waren gekommen, um gegen den Verkehrswahnsinn im Ort zu protestieren. Während der Demonstration wurde die Ortsdurchfahrt für eine Stunde von 11:00 – 12:00 Uhr voll gesperrt.
Grifte wird von einem Tunnelsystem durchzogen, das im Laufe der Jahre stark abgenutzt ist. Die Dehnungsfugen sind besonders in einem schlechten Zustand, was zu erheblichen Problemen führt. Der ohnehin hohe Verkehr wird durch die Straßenschäden und der von der Autobahn AG und Hessen Mobil eingerichtete Umleitung aufgrund der Baustellen an der Berghäuser Brücke und auf der A49 noch verschlimmert. Der Lärm, der durch die vorbeifahrenden Fahrzeuge und das Fahren über die unebenen Dehnungsfugen verursacht wird, ist unerträglich geworden. Anwohner leiden unter Schlafstörungen und Stress, und die Lebensqualität in Grifte ist stark beeinträchtigt.
Die Demonstranten in Grifte hatten klare Forderungen an die Gemeindeverwaltung und die Verantwortlichen in der Region. Sie forderten:
- von der Autobahn GmbH die Beschleunigung der Baustelle Südtangente.
- von der Autobahn GmbH einen schnellen Neubau der Bergshäuser Brücke.
- von der Autobahn GmbH das sofortige Aufheben der Umleitungsempfehlung durch Grifte.
- vom Regierungspräsidium Kassel die Prüfung aller erteilten Ausnahmegenehmigungen des LKW-Durchfahrtverbotes und Umsetzung eines generellen Nachtfahrverbot für LKW.
- vom Ordnungsbehördenbezirk Melsungen und der Gemeinde Edermünde Kontrolle des LKW-Fahrverbotes und feste Blitzer.
- von Hessen Mobil eine deutlichere Beschilderung des Tempo 30. Es müssen mehr Schilder aufgestellt und eine Straßenmarkierung aufgebracht werden.
- von Hessen Mobil und dem hessischen Verkehrsministerium eine zeitnahe Sanierung der Ortsdurchfahrt.
- von Hessen Mobil eine Neugestaltung der Ortsdurchfahrt hin zu eine entschleunigten und für alle Verkehrsteilnehmer sichere Ausgestaltung der Ortsdurchfahrt.
Der Landrat des Schwalm-Eder-Kreises Winfried Becker (SPD) als auch Landtagskandidaten der FDP, SPD, CDU, Grüne, FWG und Linke sind der Einladung gefolgt, berichteten über ihre eigenen negativen Erfahrungen der Verkehrssituation und versprachen sich für die Bürger mit schnellen Lösungen einzusetzen. Auch ich als Vertreter der FDP wahr erstaunt wie hochfrequentiert der Verkehr durch Grifte rollt und wie hoch die Lärmbelastung ist. Unser ehemaliger Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) hatte bereits vor der Veranstaltung Kontakt mit dem Verkehrsministerium in Berlin aufgenommen und fordert eine priorisierte Planungsbeschleunigung der Arbeiten an der Berghäuser Brücke. Weitere Positionen, welche ich bei der Diskussion mit eingebracht habe sind:
- die Zusammenarbeit mit Bürgern und Experten um eine schnelle und unkomplizierte Lösung des Verkehrs- und Lärmproblems zu finden. Beispielsweise sollte in einem ersten Schritt überprüft werden, ob es technisch möglich ist die obere Fahrbahndecke zu erneuern um die Lärmbelastung durch Schlaglöcher zu verringern, sowie die Umleitungsführung zu ändern,
- der Einsatz eines neuen Betonmaterials, welches eine 10 – 15 Jahre längere Lebenserwartungen als die derzeit eingesetzten Materialien hat und
- Ersetzung der alten Berghäuser Brücke durch eine neue Brücke an selber Stelle mit einer höheren Lebenserwartung als eine Restaurierte alte Brücke.
Ich wünsche den Bürgern alles gute und werde mich sie alle in Wiesbaden stark machen!
Die Demonstration in Edermünde war ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Bürger sich vereinen können, um auf lokale Probleme aufmerksam zu machen und Veränderungen herbeizuführen. Der Verkehrswahnsinn in dieser idyllischen Stadt ist ein drängendes Problem, das die Lebensqualität der Menschen erheblich beeinträchtigt. Die Teilnahme an dieser Demonstration hat gezeigt, dass gemeinsame Anstrengungen tatsächlich Veränderungen bewirken können. Es ist zu hoffen, dass die verantwortlichen Stellen die Forderungen der Bürger ernst nimmt und konkrete Schritte unternimmt, um die Verkehrssituation im Ort zu verbessern. Es liegt an uns allen, unsere Stimme zu erheben und für eine lebenswerte Umgebung einzustehen. Die Grifter Bürger haben den ersten Schritt gemacht, und auch wir Politiker sollten inspiriert sein, diesem Beispiel zu folgen und gemeinsam mit und für die Bürger tragbare Lösungen schnell und unkompliziert umzusetzen.
